«Jedermann will älter werden – niemand will alt sein.»
Mit der steigenden Lebenserwartung gewinnt dieses geflügelte Wort an Bedeutung, steht im Vorwort des kantonalen Altersberichts, der auf der Website des Kantons Zürich zum Thema «Leben im Alter» publiziert ist. Mit «älter werden» verbinden wir die Erwartung, unser Leben möglichst lange so zu leben, wie wir es gewöhnt sind: selbstständig und selbstbestimmt. Tatsächlich geht der Wunsch, bis ins hohe Alter gesund und aktiv zu sein, für immer mehr Menschen in Erfüllung, so der Bericht. Die Lebensumstände bestimmen mit, wie gesund und zufrieden wir älter werden.
Als Zürcher Rotes Kreuz sehen wir es als eine unserer Aufgaben, ältere Menschen dort zu unterstützen, wo das persönliche Umfeld nicht ausreicht und keine anderen Angebote greifen. Unser besonderes Anliegen ist, dass unsere Unterstützung bei den Verletzlichsten Wirkung entfalten kann – Menschen, die mit gesundheitlichen Einschränkungen leben zum Beispiel, oder ein kleines oder gar kein soziales Umfeld mehr haben. So werden die Angebote des SRK Kanton Zürich immer wichtiger, denn die Zahl der älteren Menschen, die Unterstützung benötigen, wächst schneller als die Angebote der Gesundheitsversorgung.
Welche Angebote werden immer wichtiger?
Mit der steigenden Lebenserwartung einher geht auch eine Verschiebung in der Altersstruktur unserer Bevölkerung. Die demografische Alterung der Bevölkerung wird sich im Kanton Zürich trotz Zuwanderung junger Menschen weiter verstärken. Der aktuelle Altersaufbau der Bevölkerung, gepaart mit der steigenden Lebenserwartung und niedrigen Geburtenraten, hat zur Folge, dass die Zahl der Menschen im Pensionsalter schneller zunimmt als jene der jüngeren Altersgruppen. Besonders ausgeprägt, so das Statistische Amt des Kantons Zürich in der 2025 publizierten «Prognose bis 2055», ist der Alterungsprozess in ländlichen Regionen wie dem Oberland oder dem Knonaueramt. Das höchste Durchschnittsalter zeichnet sich für 2055 im Oberland, im Weinland und auf dem Pfannenstiel ab – durchwegs Regionen, die bereits heute überdurchschnittlich alt sind.
Was heisst das für die Zukunft? Welche Angebote wird es vermehrt brauchen? Neben Plätzen in Alterszentren wird eine möglichst lange Unterstützung zu Hause immer wichtiger. Manuela Kobelt, Leiterin Prävention und Gesundheitsförderung im Alter des Kantons Zürich, sagt: «Erst durch das Zusammenspiel verschiedener Akteure entsteht ein tragfähiges Netz, das ältere Menschen erreicht, wirksam unterstützt und so ihre Selbstständigkeit möglichst lange erhält.»