In einer Gruppe offen miteinander reden, sich mit anderen Eltern vernetzen, mit Gleichgesinnten Belastungen und Sorgen des Alltags besprechen und dafür Anregungen erhalten: das macht Femmes-Tische möglich. Femmes-Tische bietet Gesprächsrunden zuhause oder an einem Treffpunkt in der Wohnregion an, die von einer geschulten Moderatorin geführt werden. Es ist ein Netzwerk der informellen Bildung für wenig vernetzte und sozial benachteiligte Menschen in der Schweiz. Die Gesprächsrunden finden jeweils in der Erstsprache oder auf Deutsch statt.
Eine Teilnehmerin aus dem Kanton Zürich resumiert nach ihrem zweiten Austauschtreffen: «Ich war neugierig und wollte etwas lernen. Bei Femmes-Tische habe ich viele Frauen kennengelernt. Wir behandelten das Thema Gesund sein – gesund bleiben. Wir tauschten uns zum Beispiel aus über Selbstfürsorge und konnten alle voneinander lernen.» Genau das ist der Kern des Empowerment-Projekts: Voneinander zu lernen und sich anhand von Moderations-Sets mit Themen aus dem Familienalltag auseinanderzusetzen, zum Beispiel über Gesundheit, Berufswahl, Mitbestimmung oder digitale Medien.
Es begann vor 30 Jahren
Die Idee, niederschwellige Elternbildung im Wohnzimmer anzubieten, entstand 1996. Die ersten Austauschrunden unter Müttern fanden in einer ländlichen Region im Kanton Solothurn statt. Zwei Jahre später hielt das Projekt seine Qualitätsmerkmale fest: Orientierung an den Ressourcen der Teilnehmerinnen, Partizipation, den Selbstwert stärkend, ein Netzwerk aufbauend. Seit 2001 ist Femmes-Tische eine eingetragene Marke beim Amt für geistiges Eigentum und erreichte im Laufe der Zeit immer mehr Migrantinnen.
Das SRK Kanton Zürich bietet Femmes-Tische im Auftrag des Amtes für Jugend und Berufsberatung (AJB) Kanton Zürich seit 12 Jahren in den Bezirken Winterthur, Andelfingen, Affoltern, Dietikon und Horgen an. Pro Jahr finden dort über 200 Gesprächsrunden in 15 Sprachen für mehr als 1100 Teilnehmerinnen statt.